Hochsensibilität

Hochsensible Menschen werden auch als HSP (hochsensible Personen) bezeichnet. Ihre Besonderheit besteht darin, dass sie im Vergleich zu nicht-hochsensiblen Menschen mehr Sinneseindrücke wahrnehmen. Biologisch gesehen gelangen mehr „Reize“ in den Hypothalamus und müssen von hier aus verarbeitet werden. Diese Eigenschaft birgt viele Vorteile und Potentiale in sich, kann jedoch bei der betroffen Person schnell zu Reizüberflutung und Überforderung führen. Reizüberflutung entsteht nicht nur durch äußere Sinneseindrücke (z.B. Lautstärke, viele Menschen im Einkaufszentrum, ein kratzendes Kleidungsstück usw.), sondern auch durch Gedanken und Emotionen (Probleme und Gefühle die verarbeitet werden müssen). Da HSP „mehr“ Eindrücke verarbeiten müssen, brauchen sie teilweise auch „mehr“ Zeit, Ruhe und Rückzug für die Bearbeitung der Geschehnisse aus dem Alltag. Ist dies nicht gegeben, können sie in starken Stress geraten, welcher Psychosomatische Folgen und Krankheiten verursachen kann.

Arbeitsleben
Viele HSP können durch die detaillierte Wahrnehmung von
Kleinigkeiten sehr genau arbeiten und sind deshalb in vielen Berufen eine große Bereicherung. Neben der Aufnahme von vielen Sinneseindrücken, verfügen sie auch über die Fähigkeit Querverbindungen im Gehirn herzustellen, also Muster und größere Zusammenhänge von Phänomenen zu verstehen. Diese Eigenschaft spielt in wissenschaftlichen Berufen sowie in der Beratung Beratung und im gesundheitlichen Bereich eine große Rolle. Auch Gewissenhaftigkeit und Verantwortungsbewusstsein ist bei vielen HSP sehr ausgeprägt. Die Kehrseite hierbei ist, dass einige HSP mehr Verantwortung übernehmen, als sie tragen können und sich hierdurch überfordern.

Sozialverhalten
Viele Hochsensible zeigen sich eher zurückhaltend, teilweise sogar Menschenscheu und fühlen sich in großen Gruppen und unter Fremden unwohl. In „vertrauter Umgebung“ können sie aus sich heraus gehen, regelrecht aufblühen und eine große Bereicherung für die Gemeinschaft sein. Diesen sogenannten „introvertierten“ HSP ist ihre Hochsensibilität vielleicht noch am ehesten anzusehen. Die „extrovertierten“ HSP hingegen sind auf den ersten Eindruck kaum von Nicht-HSP zu unterscheiden. Sie zeigen sich offen und kontaktfreudig, sind neugierig auf Neues und schließen schnell Freundschaften. Dass sie trotz ihrer offenen Art sehr „empfindlich“ und „sensibel“ auf die Außenwelt reagieren (z.B. soziale Stimmungen, Witze, Ungerechtigkeit, Reizüberflutung usw.) kann nicht-hochsensible Menschen schnell verunsichern bzw. verwirren und führt des Öfteren zu Missverständnissen. Ein „sehr feines Gespür“ für Stimmungen ist bei vielen HSP stark ausgeprägt. Demzufolge nehmen sie auch Gefühle in ihrer Umwelt wie Ärger, Wut, Hass oder „dicke Luft“ viel stärker wahr, als nicht-HSP. Dies führt oft zu stark ausgeprägtem sozialem Verhalten und hoher Harmoniebedürftigkeit. Jedoch meiden demzufolge einige HSP Auseinandersetzungen und Konflikte. Auch Abgrenzung und das Vertreten des eigenen Standpunkts (bewusst in Konfliktsituationen gehen) stellt für viele HSP eine Herausforderung dar.

Resümee
Hochsensible Menschen haben große Potentiale, sind jedoch auch etwas empfindlicher und bei der heutigen Wettkampf- und Leistungsgesellschaft der Gefahr ausgesetzt, dieser nicht standhalten zu können, oder an den Anforderungen in Beruf und Alltag zu zerbrechen. Die große Chance besteht in der Herstellung des Gleichgewichtes von Aktivität (Aktion) und Passivität (Entspannung), von sozialer Integration und bewusstem Rückzug. Hierbei spielt auch die Fähigkeit der Abgrenzung und der Vertretung der eigenen Bedürfnisse eine große Rolle.

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